¿Y Clara, dónde está tu hermano?
Diese Frage, die so viel bedeutet wie "wo ist dein Bruder, Clara?" bekomme ich heute öfters gestellt. Luis hat gestern tatsächlich bleibende Eindrücke hinterlassen ;).
Gestern gab es in der Schule keine Verpflegung für die Kinder, da der Vertrag zur Bewilligung des neuen Essensgeldes noch nicht unterschrieben war. Glücklicherweise scheint die Unterschrift aber jetzt auf dem Papier zu sein und heute gibt es wieder ganz normal Essen.
Wo die einen wieder mehr Essen bekommen, müssen andere reduzieren...
Da ich heute morgen leider feststellen musste, dass ich schon deutlich über 5 Kilo zugenommen habe (genaue Zahlen sind etwas für Mathematiker :D) reduziere ich heute mein Mittagessen, weshalb ich ein wenig hungrig durch den Tag gehe. Abends wird allerdings mein Magen dann zufrieden gestellt, als wir mit Samuel, seiner Frau und meiner Familie zusammen essen gehen.
So lassen wir den letzten Abend meiner Familie in Puyo ausklingen :).
Bis morgen und liebe Grüße, eure
Clara
El Río Pastaza
Become friends with people who aren't your age. Hangout with people whose first language isn't the same as yours. Get to know someone who doesn't come from your social class. This is how you can see the world. This is how you grow. - Unknown
Mittwoch, 6. Januar 2016
Dienstag, 5. Januar 2016
Tag 128
Erster Schultag.
Am ersten Tag nach den Ferien nehme ich meinen Bruder (Luis) mit ins Instituto. Schon im Schulbus wird klar, dass er wohl heute DIE Attraktion ist. Schnell spricht sich herum, dass er mein Bruder ist und während wir die Weihnachtskrippe abbauen, auf dem Spielplatz sind oder auf dem Trampolin springen werden ihm immer wieder neugierige Blicke zugeworfen.
Auch meine Kinder finden es klasse, auf einmal einen männlichen Spielkameraden zu haben und lassen ihn keine Sekunde in Ruhe. Aber auch ich komme nicht zu kurz, denn nach 3 Wochen bin auch ich wieder da, worauf die Kinder sich (laut Linea) schon sehr gefreut haben :).
Gegen Abend ist meine Familie bei Ruth zum Essen eingeladen. Zusammen mit Paulina bereitet Ruth ein typisches Gericht aus Loja (ihrer Geburtsstadt) zu. Zu siebt quetschen wir uns um den kleinen runden Esstisch und trotz Sprachbarrieren, die ich so gut es geht versuche aus dem Weg zu schaffen kommt irgendwie ein nettes Gespräch zustande. Ruth freut sich, meine Eltern kennenzulernen und umgekehrt finden meine Eltern es schön, Ruth kennenzulernen.
So vermischt sich meine deutsche Familie mit meiner ecuadorianischen Familie :).
Ich sende euch allerliebste Grüße aus Puyo, eure
Clara
Am ersten Tag nach den Ferien nehme ich meinen Bruder (Luis) mit ins Instituto. Schon im Schulbus wird klar, dass er wohl heute DIE Attraktion ist. Schnell spricht sich herum, dass er mein Bruder ist und während wir die Weihnachtskrippe abbauen, auf dem Spielplatz sind oder auf dem Trampolin springen werden ihm immer wieder neugierige Blicke zugeworfen.
Auch meine Kinder finden es klasse, auf einmal einen männlichen Spielkameraden zu haben und lassen ihn keine Sekunde in Ruhe. Aber auch ich komme nicht zu kurz, denn nach 3 Wochen bin auch ich wieder da, worauf die Kinder sich (laut Linea) schon sehr gefreut haben :).
Gegen Abend ist meine Familie bei Ruth zum Essen eingeladen. Zusammen mit Paulina bereitet Ruth ein typisches Gericht aus Loja (ihrer Geburtsstadt) zu. Zu siebt quetschen wir uns um den kleinen runden Esstisch und trotz Sprachbarrieren, die ich so gut es geht versuche aus dem Weg zu schaffen kommt irgendwie ein nettes Gespräch zustande. Ruth freut sich, meine Eltern kennenzulernen und umgekehrt finden meine Eltern es schön, Ruth kennenzulernen.
So vermischt sich meine deutsche Familie mit meiner ecuadorianischen Familie :).
Ich sende euch allerliebste Grüße aus Puyo, eure
Clara
Montag, 4. Januar 2016
Tag 127
Río verde - El Pailón del Diablo.
An unserem letzten Ferientag beschließen wir, noch einmal tiefer in die Natur einzutauchen.
Als wir mitten in der wunderschönen Landschaft, die wir jedes Mal auf der Fahrt von Puyo nach Baños zu sehen bekommen, aussteigen, stehen wir in einem kleinen Ort namens "Río Verde".
Wir begeben uns auf einen Wanderweg und kommen nach ca. 30 Minuten an einem gewaltigen Wasserfall an. Der "Pailón del Diablo" stürzt mit unglaublichen Wassermassen ungefähr 100 Meter in die Tiefe. Wir gehen zwei Rundwege und krabbeln dabei einmal durch einen Gang, bei dem man sich schon in der Hocke fast den Kopf anschlägt, stehen dann aber hinter den herabstürzenden Massen und werden (trotz Regenjacke) ziemlich nass.
So beenden wir unsere erste große Reisezeit und beginnen ab morgen dann wieder unseren Alltag.
Bis dann und viele liebe Grüße,
Clara
An unserem letzten Ferientag beschließen wir, noch einmal tiefer in die Natur einzutauchen.
Als wir mitten in der wunderschönen Landschaft, die wir jedes Mal auf der Fahrt von Puyo nach Baños zu sehen bekommen, aussteigen, stehen wir in einem kleinen Ort namens "Río Verde".
Wir begeben uns auf einen Wanderweg und kommen nach ca. 30 Minuten an einem gewaltigen Wasserfall an. Der "Pailón del Diablo" stürzt mit unglaublichen Wassermassen ungefähr 100 Meter in die Tiefe. Wir gehen zwei Rundwege und krabbeln dabei einmal durch einen Gang, bei dem man sich schon in der Hocke fast den Kopf anschlägt, stehen dann aber hinter den herabstürzenden Massen und werden (trotz Regenjacke) ziemlich nass.
Bis dann und viele liebe Grüße,
Clara
Sonntag, 3. Januar 2016
Tag 126
Zurück in Puyo die 2.
Auch nach dem zweiten Teil unserer Ecuador-Rundreise fühlt es sich gut an, wieder zuhause in Puyo zu sein. Obwohl das Reisen natürlich unglaublich viel Spaß macht und mich die verschiedenen Orte, Landschaften und Menschen jedes Mal auf's Neue überwältigen, ist es doch sehr angenehm mal nicht "aus dem Rucksack" leben zu müssen und sich in einer Stadt aufzuhalten, wo man die Menschen kennt und nicht erst auf einen Stadtplan schauen muss, um bestimmte Dinge zu finden.
Wir verbringen den Tag im Parque acuático, auf dem Markt und natürlich zuhause.
Wir verbringen den Tag im Parque acuático, auf dem Markt und natürlich zuhause.
![]() |
| Parque acuático Morete Puyo |
Auf dem Weg nach Hause machen wir eine interessante Entdeckung. In einer Pfütze, die seit längerem (dank der Regenzeit) besteht, wohnen jetzt Kaulquappen :D.
Mit viel Sonne (gerade eher ungewöhnlich), die wie immer schon um 18.00 Uhr untergeht, geht der Tag zu Ende.
Sonnige Grüße und hasta luego,
Clara
Clara
Samstag, 2. Januar 2016
Tag 125
Auf ein Neues.
Nachdem wir also gestern Abend mehr oder weniger auf ecuadorianische Art und Weise in das neue Jahr gerutscht sind, machen wir uns heute zurück auf den Weg nach Puyo.
Leider stehen wir im Stau, weshalb wir ziemlich verspätet zuhause ankommen.
Zum neuen Jahr steht bei mir erstmal Zimmer putzen an, wobei ich mich danach dann wesentlich wohler in meinem Zimmer fühle ;). Als es Rahel mir einige Stunden später gleich tut, müssen wir leider feststellen, dass zwei ihrer Kissen geschimmelt sind. Auch sonst macht sich die hohe Feuchtigkeit dank der Regenzeit bemerkbar: alles ist etwas klamm und Materialien wie Papier fühlen sich etwas sonderbar an.
Als wir abends auf der Suche nach etwas zum Essen sind, stellen wir fest, dass der 1. Januar wohl einen anderen Stellenwert hat als der 24. Dezember. Während am Heiligen Abend alle Geschäfte und Restaurants geöffnet waren, treffen wir heute auf größtenteils verschlossene Türen.
So geht der erste Tag im neuen Jahr für mich relativ unspektakulär zu Ende.
Mit guten Vorsätzen im Kopf starte ich dann morgen in aller Frische in den zweiten Tag im Jahre 2016.
Liebste Grüße aus Puyo, eure
Clara
Freitag, 1. Januar 2016
4. Monat - Rückblick & Zusammenfassung
1/3 meiner Zeit in Ecuador liegt nun hinter mir.
Inzwischen habe ich schon viele Teile der ecuadorianischen Kultur kennengelernt.
In dieser Zusammenfassung möchte ich mich den Bräuchen widmen, die ich bisher kennengelernt habe.
Da wäre als erstes am 2. November der "Día de los difuntos" oder auch "Día de los muertos". An diesem Tag steht ein Friedhofsbesuch auf dem Programm um den Toten zu gedenken. Es wird eine guagua de pan gegessen und colada morada getrunken.
(Weitere Infos: http://claraenecuador.blogspot.de/2015/10/tag-62.html)
Weiterhin wäre da die Novena. Neun Tage vor dem 24. Dezember werden in familiären- oder Bekanntenkreisen jeden Tag andere Gebete aufgesagt, Villancicos gesungen, gegessen und sich auf den Empfang des Jesuskindes vorbereitet.
(Weitere Infos: http://claraenecuador.blogspot.de/2015/12/tag-101.html) Zu guter Letzt (und aus aktuellem Anlass) erwähne ich hier noch einmal die Verbrennung von Puppen als Zeichen der Verbrennung des Schlechten aus dem alten Jahr an Silvester.
(Weitere Infos: http://claraenecuador.blogspot.de/2016/01/tag-124-125.html)
Was außerdem noch erwähnenswert ist, ist, dass es zu vielen Gelegenheiten Umzüge und Feuerwerke gibt, was in Deutschland doch eher unüblich ist.
Und eine Sache darf natürlich nie fehlen: Musik und zwar ganz laut. Kein Fest und kein Feiertag geht ohne tanzen zu Ende :).
Ich freue mich schon darauf, in den kommenden 8 Monaten weitere Bräuche und Sitten kennenzulernen und noch tiefer in die ecuadorianische Kultur einzutauchen. Bis dann, eure Clara
(Weitere Infos: http://claraenecuador.blogspot.de/2015/10/tag-62.html)
Weiterhin wäre da die Novena. Neun Tage vor dem 24. Dezember werden in familiären- oder Bekanntenkreisen jeden Tag andere Gebete aufgesagt, Villancicos gesungen, gegessen und sich auf den Empfang des Jesuskindes vorbereitet.
(Weitere Infos: http://claraenecuador.blogspot.de/2015/12/tag-101.html) Zu guter Letzt (und aus aktuellem Anlass) erwähne ich hier noch einmal die Verbrennung von Puppen als Zeichen der Verbrennung des Schlechten aus dem alten Jahr an Silvester.
(Weitere Infos: http://claraenecuador.blogspot.de/2016/01/tag-124-125.html)
Was außerdem noch erwähnenswert ist, ist, dass es zu vielen Gelegenheiten Umzüge und Feuerwerke gibt, was in Deutschland doch eher unüblich ist.
Und eine Sache darf natürlich nie fehlen: Musik und zwar ganz laut. Kein Fest und kein Feiertag geht ohne tanzen zu Ende :).
Ich freue mich schon darauf, in den kommenden 8 Monaten weitere Bräuche und Sitten kennenzulernen und noch tiefer in die ecuadorianische Kultur einzutauchen. Bis dann, eure Clara
Tag 124 & 125
Alausí - el Nariz del Diablo und Año Nuevo.
Als wir heute von Cuenca nach Alausí fahren wollen, reißt mir hier zum ersten Mal der Geduldsfaden. Ständig gibt man mir eine andere Auskunft und ich habe das Gefühl, dass uns keiner mitnehmen will. Letztendlich zahlen wir viel mehr als wir eigentlich hätten zahlen müssen aber immerhin sitzen wir nach einigen Diskussionen endlich im Bus nach Alausí, wo wir knappe 3,5 Stunden später ankommen.
Auf der kurvigen Fahrt blicken wir in Täler herab, die von dicken Wolken wie mit Wattebäuschen gefüllt sind.
Unser Ziel in Alausí ist der einzige Zug Ecuadors, weshalb ich kurzzeitig das ungute Gefühl bekomme, wir könnten dank der Wolken während der Zugfahrt nichts von der Landschaft sehen.
Diese Angst war jedoch glücklicherweise unbegründet.
Auf unserer Strecke zur "Nariz del Diablo" „smile“-Emoticon(= Teufelsnase; ein Berg, der einer riesigen Nase gleicht) fahren wir nah am Abgrund und dicht an denen Bergen im "Zick - Zack" (durch Spitzkehren) die Anden herunter. Wir machen an einem anderen Bahnhof Halt, wo wir einen guten Blick auf die Teufelsnase haben. Die Fahrt und die Aussicht ist super.
Dort, wo wir jedoch halten, nehme ich es als sehr touristisch wahr und bin froh, als die Fahrt zwischen den beeindruckend großen Bergen wieder weitergeht.
Nach einem typisch ecuadorianischen Silvesteressen machen wir uns an die Vorbereitung für das neue Jahr.
In Ecuador gibt es den Brauch, am Silvesterabend Puppen zu verbrennen, die all das Schlechte vom letzten Jahr symbolisieren. Während die Puppen früher teilweise noch Hexenmasken trugen, tragen sie heutzutage oft das Gesicht mancher Politiker. Seit ein paar Tagen sind mir diese (ich würde behaupten) Pappmachépuppen aufgefallen und neben den menschlich aussehenden, fast lebensgroßen Puppen sind mir auch etliche Puppen aufgefallen, die Comic- oder Zeichentrickfiguren nachempfunden sind.
Unser improvisiertes "Püppchen" besteht aus 5 Zetteln (für jeden von uns einen) die wir mit den Dingen beschriften, die 2015 schief gelaufen sind.
Kurz vor 0 Uhr werden die Puppen angezündet und in den Straßen lodern Feuer der schlechten Erinnerungen. Auch unser "Püppchen" kokelt vor sich hin und hinterlässt nur noch einen kleinen Aschehaufen.
Als es 0 Uhr schlägt gibt es natürlich ein großes Feuerwerk (wie übrigens zu fast jedem Anlass in Ecuador). Die ganze Nacht tönt die Musik und es wird ohne Pausen getanzt und das neue Jahr gefeiert.
Ich hoffe, auch ihr seid gut "reingerutscht" „smile“-Emoticon.
Ich wünsche euch ein próspero y venturoso año nuevo, eure
Clara
Als wir heute von Cuenca nach Alausí fahren wollen, reißt mir hier zum ersten Mal der Geduldsfaden. Ständig gibt man mir eine andere Auskunft und ich habe das Gefühl, dass uns keiner mitnehmen will. Letztendlich zahlen wir viel mehr als wir eigentlich hätten zahlen müssen aber immerhin sitzen wir nach einigen Diskussionen endlich im Bus nach Alausí, wo wir knappe 3,5 Stunden später ankommen.
Auf der kurvigen Fahrt blicken wir in Täler herab, die von dicken Wolken wie mit Wattebäuschen gefüllt sind.
Unser Ziel in Alausí ist der einzige Zug Ecuadors, weshalb ich kurzzeitig das ungute Gefühl bekomme, wir könnten dank der Wolken während der Zugfahrt nichts von der Landschaft sehen.
Diese Angst war jedoch glücklicherweise unbegründet.
Auf unserer Strecke zur "Nariz del Diablo" „smile“-Emoticon(= Teufelsnase; ein Berg, der einer riesigen Nase gleicht) fahren wir nah am Abgrund und dicht an denen Bergen im "Zick - Zack" (durch Spitzkehren) die Anden herunter. Wir machen an einem anderen Bahnhof Halt, wo wir einen guten Blick auf die Teufelsnase haben. Die Fahrt und die Aussicht ist super.
Dort, wo wir jedoch halten, nehme ich es als sehr touristisch wahr und bin froh, als die Fahrt zwischen den beeindruckend großen Bergen wieder weitergeht.
Nach einem typisch ecuadorianischen Silvesteressen machen wir uns an die Vorbereitung für das neue Jahr.
In Ecuador gibt es den Brauch, am Silvesterabend Puppen zu verbrennen, die all das Schlechte vom letzten Jahr symbolisieren. Während die Puppen früher teilweise noch Hexenmasken trugen, tragen sie heutzutage oft das Gesicht mancher Politiker. Seit ein paar Tagen sind mir diese (ich würde behaupten) Pappmachépuppen aufgefallen und neben den menschlich aussehenden, fast lebensgroßen Puppen sind mir auch etliche Puppen aufgefallen, die Comic- oder Zeichentrickfiguren nachempfunden sind.
Unser improvisiertes "Püppchen" besteht aus 5 Zetteln (für jeden von uns einen) die wir mit den Dingen beschriften, die 2015 schief gelaufen sind.
Kurz vor 0 Uhr werden die Puppen angezündet und in den Straßen lodern Feuer der schlechten Erinnerungen. Auch unser "Püppchen" kokelt vor sich hin und hinterlässt nur noch einen kleinen Aschehaufen.
Als es 0 Uhr schlägt gibt es natürlich ein großes Feuerwerk (wie übrigens zu fast jedem Anlass in Ecuador). Die ganze Nacht tönt die Musik und es wird ohne Pausen getanzt und das neue Jahr gefeiert.
Ich hoffe, auch ihr seid gut "reingerutscht" „smile“-Emoticon.
Ich wünsche euch ein próspero y venturoso año nuevo, eure
Clara
Abonnieren
Posts (Atom)


