El Río Pastaza

El Río Pastaza
Become friends with people who aren't your age. Hangout with people whose first language isn't the same as yours. Get to know someone who doesn't come from your social class. This is how you can see the world. This is how you grow. - Unknown

Samstag, 16. Januar 2016

Tag 139

Dique Mera.
Nach dem Frühstück geht es mit dem kompletten Instituto zur Dique Mera. Eine Dique ist hier ein ausgebauter, oft betonierter Flussabschnitt.
Der Bus, in dem ich bin ist (wie immer) überbelegt und durch die heiße Luft draußen ist es echt stickig, vor allem weil wir eine Weile auf den Busfahrer warten müssen. Statt jedoch zu nörgeln, singen die Kinder Lauthals die Musik, die aus dem Radio ertönt mit.

Sobald wir in Mera ankommen, fängt es natürlich an in Strömen zu regnen, weshalb das Baden erstmal verschoben wird.


Samuel und ein paar andere Lehrer animieren die Kinder dazu, Basket- beziehungsweise Fußball zu spielen und nachdem die Kinder sich ein wenig ausgetobt haben, eröffnet Samuel eine "Lehrerrunde".
Also spielen Miriam und ich zusammen mit ein paar Lehrern, dem Busfahrer und ein paar Eltern solange Basketball, bis es aufhört zu regnen.
Die Abkühlung in der Dique kommt mir dann gerade recht und auch der Regen, der nach wenigen Minuten wieder einsetzt macht mir wenig aus.
Bei strömendem Regen (was durch die gestiegene Luftfeuchtigkeit die Luft im Bus auch nicht besser macht) kehren wir zum Instituto zurück.
Nach dem Mittagessen geht es für Miriam, Linea, Samuel, Maximino (der Werklehrer) und mich auf in den Dschungel. Was wir da so alles erlebt haben, könnt ihr im folgenden Post lesen.
Bis (hoffentlich) gleich, eure
Clara

Freitag, 15. Januar 2016

Tag 138

Ameisenmarsch beim Gurkenpflanzen und "niños educaditos" in der aula hogar.
Im Instituto sind wir heute vormittags mit unserem Beet und nach der Pause in der aula hogar beschäftigt.
Zusammen mit den Kindern legen wir die Grenzen unseres Beetes mit Hilfe von Steinen fest, wobei jedes Kind seine eigene Technik entwickelt, die großen Steine von A nach B zu transportieren.
Sobald unser Beet eingegrenzt ist und ein Weg um das Beet entstanden ist, macht Luis sich ans Umgraben. Ich lege Gurkensamen in die von Luis vorbereitete Erde und die Kinder laufen um das Beet. Dazu singt María-Elena, die uns Gesellschaft leistet, ein "Ameisen-Marsch-Lied".
Beim Anblick der marschierenden Kinder, der singenden María-Elena und des schwitzenden Luis (dank der Hitze inner- und außerhalb der Gewächshäuser) muss ich irgendwie grinsen, lege aber nach wie vor alle 30cm 3 Gurkensamen in die Erde.
Nach der Pause haben wir "taller aula hogar". Ich kaufe bei einem kleinen Laden gegenüber der Schule Eier und dann machen wir zusammen mit den Kindern Omeletts. Während ich das Ei in der Pfanne wende, sitzen die Kinder vorbildlich (sinngemäß: "educaditos") am Esstisch und ungewöhnliche Stille nimmt den Platz des sonst herrschenden Lärms ein. Nachdem wir das Omelett gegessen haben und die aula hogar geputzt wurde, geht für mich der erste Schultag zu Ende, an dem Luis die ganze Zeit in meinem Blickfeld und somit bei den Kindern war ;).

Wie angekündigt bin ich ab morgen nach der Schule dann erstmal raus aus der Zivilisation, weshalb ich auch kein Blog schreiben werde.
Ich freue mich schon sehr auf dieses kleine Abenteuer und hoffe, ich habe Einiges zu berichten, wenn ich am Samstagabend wieder zuhause bin.
Bis dahin und ein schönes Wochenende wünscht euch
Clara

Donnerstag, 14. Januar 2016

Tag 137

Ihr Kinderlein kommet.
Seit ich hier in Ecuador bin, wird mir vor Augen geführt, wie viel Spaß mir die Arbeit mit Kindern macht. Tag für Tag freue ich mich darauf, meine Kinder im Instituto zu sehen (obwohl es teilweise echt stressig ist) und mittwochs freue ich mich auch auf die Kinder im Englischunterricht (auch wenn ich dazu nach dem Instituto erstmal wieder Motivation sammeln muss :D).
Im Instituto basteln wir heute mit den Kindern Teufelsmasken für Fasching. Warum wir Teufelsmasken basteln? Das hat folgenden Grund: in einer kleinen Stadt, Píllaro, in der Provinz Tungurahua wird das Fest "La Diablada pillareña" gefeiert, welches seit Januar 2009 zur Liste der immateriellen Kulturgüter zählt. Über den Ursprung des Festes gibt es geteilte Meinungen. Fakt ist jedoch, dass die Straßen von Pillaro vom 31.12. bis zum 06.01. mit tanzenden Teufeln gefüllt sind, die mit ihren meist rot-schwarzen Kostümen und Masken acht Stunden pro Tag das Tanzbein schwingen.
An diese Tradition anknüpfend wurde in meiner Gruppe für Fasching eben das Thema "La Diablada pillareña" gewählt, was die Bastelaktion erklärt. Sehr lustig ist es, als Matías meint, die eine Maske sähe wie das Gesicht seines Stiefvaters aus :D.
Im Englischunterricht mit den kleinen (6-11 Jahre) bin ich mal wieder davon begeistert, wie ruhig und brav ein Haufen Kinder sein kann ;). Als die kleine Juliana mich schüchtern fragt, in welcher Farbe sie die Überschrift unterstreichen soll oder Raquelita mir stolz ihre Aufschriebe zeigt und mir zum Abschluss ein Bonbon in die Hand drückt, habe ich wieder zwei Kinder mehr gefunden, die auf meine Packliste für Deutschland kommen :D.

Un abrazo fuerte y hasta pronto, eure
Clara

Mittwoch, 13. Januar 2016

Tag 136

Wochenendpläne und Wohnungsneuzugang.
Im Instituto ist heute wieder "todo normal" (= alles normal). Es wird gespielt, herumgeturnt und gegessen und den Kindern dabei möglichst "Sachen für's Leben" beigebracht ;).
Beim Mittagessen setzen sich Samuel und Maximino zu uns. Zusammen mit den beiden und einem Schulvater haben wir am Wochenende eine Wanderung vor. Bisher habe ich mir das folgendermaßen vorgestellt: wir laufen ein bisschen die Berge um Puyo hoch und runter, suchen einen Schlafplatz, verbringen dann die Nacht im Freien und kehren dann am Samstag zurück. Grob stimmt das auch mit dem überein, was Samuel und Maximino im Kopf haben... Als allerdings die Packliste "Macheten" und "Waffen gegen größere Tiere" beinhaltet wird mir doch etwas komisch :D. Ein Abenteuer wird es auf jeden Fall! :)
Als ich nach dem CrossFit nach Hause komme finde ich außer Ruth im Wohnzimmer noch zwei Elektriker vor, die unseren neuen Fernseher anschließen. Der Neuzugang steht jetzt auf einem Tischchen neben dem Esstisch und wird dank der vielen Sender, die wir bekommen jetzt auch bestimmt des Öfteren das Wohnzimmer beschallen ;).

Bis dann und muchos saludos, eure
Clara

Dienstag, 12. Januar 2016

Tag 135

Ein ungewöhnlicher Schultag.
Da der Großteil der Lehrer (so auch Ruth) seit Sonntagmorgen auf einer Fortbildung in Quito ist, läuft der Tage heute etwas anders ab als normalerweise.
Die verbliebenen Lehrer haben mindestens 2 Gruppen gleichzeitig und wir Freiwilligen unterstützen sie so gut es geht.
Nach einem Film geht es zum Trampolin und dann wird auf der cancha eine fiesta veranstaltet.
Besonders ein Ereignis heute hat mich sehr berührt, weshalb ich es kurz schildern möchte:
In Ruths Gruppe gibt es einen kleinen 4 jährigen, blinden Jungen. Da wie oben beschrieben auch Ruth heute nicht da ist, sitzt der kleine Jan etwas unbeholfen auf der Tribüne in der cancha. Als er aufsteht und ich ihn frage, was er machen möchte, sagt er zu mir "a caminar" (ungefähr: spazieren gehen). Ich nehme ihn an die Hand und laufe mit ihm erst ein wenig durch die cancha.
Das merkt er aber und zieht mich immer wieder in eine andere Richtung. Somit ändere ich die Route und laufe mit ihm ein wenig über das Schulgelände. Als ich anfange, ein bisschen mit ihm zu spielen und ich einige Male ein kurzes Stück mit ihm renne oder mich mit ihm im Kreis drehe stößt er freudige Gluckser aus. Immer wieder bleibt er stehen und ruft freudig "a correr" (ungefähr: jetzt rennen) oder "damos la vuelta" (ungefähr: drehen wir uns!). Jedes Mal wenn dieses Stimmchen sich an mich richtet und ich das erwartungsvolle Grinsen sehe, muss ich einfach mitstrahlen. Wenn Jan dann noch vor Lachen fast stolpert, weil er sich so freut geht mir förmlich das Herz auf :).

Da ich heute allgemein einen sehr guten Tag hatte klingt dieser Post jetzt vielleicht auch ein wenig enthusiastischer als sonst :D. Das soll natürlich nicht heißen, dass es mir an anderen Tagen weniger gefällt als heute ;).
Ganz viel Sonnenschein schicke ich euch in das hoffentlich nicht ganz so kalte Deutschland, eure
Clara

Montag, 11. Januar 2016

Tag 133 & 134

Ach, lass uns doch zuhause bleiben!
Dieser Satz fällt innerhalb dieses Wochenendes häufiger :D.

Da diesmal die Lust, endlich mal wieder ein Wochenende zuhause zu verbringen, größer ist, als die Lust ständig auf Achse zu sein, verbringen wir dieses Wochenende größtenteils mit der Erstellung von Plänen: Reisepläne, Zukunftspläne,...
Am Sonntagabend ruft uns außerdem die Pflicht und wir machen uns auf den Weg, unseren Kühlschrank zu füllen.
Da es abends meist kühler und die Ware auf dem Markt billiger ist, machen wir uns erst gegen kurz vor 19 Uhr auf den Weg,
Schon auf der Straße, die zum Markt führt, stehen und sitzen Leute mit abgepackten Tüten voll Birnen, Tomaten oder Zwiebeln und wollen ihre Ware los werden. Als ich mich dazu entschließe, am Straßenrand eine Tüte Erdbeeren zu kaufen, werde ich von mindestens 4 anderen Leuten umringt, die mir ebenfalls ihre Ware anbieten. Auch auf dem Markt spürt man eine ganz andere Atmosphäre, Ich bin es schon gewohnt, dass einem oft Dinge sehr lange angeboten werden und man sie mehrfach abschlagen muss aber heute ist das alles nochmal extremer: ständig wird einem die Ware unter die Nase gehalten und wenn man an einem Stand etwas kauft, hört man schon den Nachbar rufen während der andere Verkäufer ebenfalls noch versucht, einem eine weitere Tüte Karotten (o.ä.) anzudrehen. 
Schlussendlich haben wir dann aber alles, was wir wollen und mit einem gut gefüllten Kühlschrank starte ich morgen in die 20. Woche hier in Ecuador.
Bis dann y un abrazo, eure
Clara

Samstag, 9. Januar 2016

Tag 132

Muskelkater.
... das sagt eigentlich schon alles :D.
Wenn man nach einer langen Sportpause mal wieder anfängt, zu trainieren ist man die Tage danach hauptsächlich damit beschäftigt, zu sehen, wie man vorwärts kommt.

So ist auch heute für mich alles ein wenig anstrengender: die Treppen in der Schule rauf und runter zu gehen, den Spaziergang ins Zentrum zu machen und nicht zuletzt die bailoterapia am Abend.
Als wir abends noch einen Film schauen schlafe ich so tief ein, dass Rahel mich in mein Zimmer begleiten muss, da ich so verwirrt bin, als sie mich weckt.
(Deshalb kommt dieser Post auch erst so spät)

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und vor allem euch, Mama, Papa und Luis, eine gute Heimreise.
Ihr hört von mir, eure

Clara