El Río Pastaza

El Río Pastaza
Become friends with people who aren't your age. Hangout with people whose first language isn't the same as yours. Get to know someone who doesn't come from your social class. This is how you can see the world. This is how you grow. - Unknown

Sonntag, 27. Dezember 2015

Tag 119

Auf dem Sprung...
Die erste große Etappe der Ecuador-Reise meiner Familie ist vorüber. Morgen starten wir ausgeruht in die zweite Etappe.
Wir verlassen das regnerische Puyo und machen uns auf den Weg in den Süden Ecuadors.
Ich hoffe, ihr konntet die Feiertage genießen und hattet ein besinnliches Fest.
Ich melde mich dann morgen wieder, bis dann eure
Clara

Samstag, 26. Dezember 2015

Tag 118

Zwischen Fremde und Vertrautheit.
Auch am zweiten Weihnachtsfeiertag bin ich erfolglos auf der Suche nach Weihnachtsstimmung, was mir am 25.12. noch nie passiert ist.
Die Erdbeeren zum Frühstück und das Einkaufen am Nachmittag erscheint mir etwas fremd, wenn man bedenkt, welchen Tag wir heute haben :D.
Den Tag verbringen wir relativ ruhig. Rahel und ich zeigen meiner Familie "unser" Städtchen und abends machen wir zusammen Yucca-Tortillas und Salat.
Wieder in Puyo zu sein hat etwas von "heimkommen". Es ist sehr schön zu merken, wie vertraut mir hier alles ist und wie sehr Puyo zu meinem zuhause geworden ist.
Außerdem ist es sehr interessant zu sehen, wie manche Dinge, die für mich völlig normal geworden sind, meinen Eltern auffallen. Dadurch merke ich auf der einen Seite, wie gut ich mich hier eingelebt habe und auf der anderen Seite, wie anders es hier im Vergleich zu Deutschland doch ist. Das schärft noch einmal mein Bewusstsein und lässt mich erkennen, wie glücklich ich darüber bin, ein ganzen Jahr an diesem tollen Ort verbringen zu dürfen.
Ich hoffe, ihr habt schöne Tage verbracht und es geht euch gut.
Ganz liebe Grüße aus Puyo, eure
Clara

Freitag, 25. Dezember 2015

Tag 117

Weihnachten mal anders.
Von 6 Uhr bis ca. 16 Uhr reisen wir heute vom Nebelwald in den Regenwald - von Mindo nach Puyo :D.


Bis zuhause dann alles ausgepackt ist, ist es schon fast halb sieben. Von der Weihnachtsstimmung immer noch keine Spur...
Wir beschließen, essen zu gehen und sind ziemlich erstaunt, als im Zentrum jeder Laden geöffnet ist und fast noch mehr los ist als sonst. Somit tätigen auch wir um kurz vor 21 Uhr noch ein paar Einkäufe :D.


Unser Weihnachtsessen ist dieses Jahr typisch ecuadorianisch - yuca frita und patacones. Als wir das Restaurant verlassen werden wir zufällig Zeugen einer Prozession zu Ehren des Jesuskindes. Als später noch ein winkender Weihnachtsmann auf einem bunt beleuchteten Schlitten hinter einem Auto hergezogen wird, kann man zumindest anderorts die Weihnachtsstimmung spüren.
Die Bescherung findet unter unserem blinkenden Weihnachtsbaum statt und mit deutschen Weihnachtsplätzchen (danke Mama!!) und ecuadorianischen Weihnachtsliedern kann man einen winzigen Anflug von Weihnachtsstimmung vielleicht auch bei uns erahnen.


Bis spät in die Nacht dröhnt die Musik bis in unser nicht-isoliertes Apartment. Statt besinnlichen Weihnachten im familiären Kreis zuhause feiert man Weihnachten wohl mit Tanzen und lauter Musik in der Disko :D.
Ich hoffe, ihr hattet ein schönes Weihnachtsfest! :)
Feliz navidad, eure

Clara

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Tag 116

Mindo.
Wenn Mindo eine einsame Insel wäre, bräuchte man drei Dinge um dort eine schöne Zeit zu verbringen: Mückenschutzmittel, einen Bikini und ein paar Leute, damit man sich nicht ganz so einsam fühlt. Ansonsten braucht man in dem Mini-Dörfchen (und mit mini meine ich wirklich winzig) wenig zum Glücklichsein.



Besonders bekannt ist Mindo für den Nebelwald, der nach 2 Stunden Fußmarsch (oder 15 minütiger Taxifahrt) zu erreichen ist.
Auch wir besuchen heute das Nebelwaldreservat Reserva Ecológica Mindo Nambillo. Auf der Ladefläche eines Pick-ups kommen wir nach einer kurzen aber sehr holprigen Fahrt am Eingang des Reservats an. Mit Hilfe von breiten Bambusrohren gehen wir einen steilen, teils matschigen Weg hinab. Wir wandern zu einem Wasserfall, baden im kalten Fluss, befreien eine Eidechse, die mit dem Kopf in einer Samenkapsel stecken geblieben ist, entdecken ein sehr stilles Örtchen, testen eine Naturrutsche, schaukeln auf einer Liane und bestaunen die Natur.






Auf dem Rückweg, den wir zu Fuß bestreiten, verstehe ich dann, warum der Nebelwald Nebelwald heißt. Weiße bis graue Nebelschwaden schmiegen sich an die dicht bewaldeten Berghänge.
Der Weg zurück ins Dörfchen ist zwar lang aber alles andere als einsam. Ein kleiner Hund wird unser treuer Begleiter, zwei einsame Pferde kreuzen unseren Weg, jede Menge Schmetterlinge schwirren durch die Luft und machen ab und an Pause auf einem unserer Finger, ein Typ möchte uns Canopy andrehen und da Mindo leider sehr touristisch ist, begegnen wir auch genug Amerikanern, Franzosen oder anderen Deutschen.




Am 23. Dezember ist es bei mir tropisch heiß und wir kommen trotz aller Bemühungen nicht in Weihnachtsstimmung :D.
Bis morgen, eure
Clara

Mittwoch, 23. Dezember 2015

Tag 115

Cuicocha-Lagune & Otavalo-Markt.
Der Tag beginnt mit einem sehr leckeren Frühstück, das wir im Wohnzimmer einer ecuadorianischen Familie einnehmen dürfen. Die Familie, der das Hostal gehört, in dem wir die letzte Nacht verbracht haben, hat im Erdgeschoss eine Wohnung in deren Wohn- und Esszimmer den Hostal-Gästen das Frühstück angeboten wird.
Mit gefülltem Magen und nach einer herzlichen Verabschiedung machen wir uns auf den Weg zu unserem ersten Tagesziel: der Cuicocha-Lagune. Als wir nach einer kurzen Fahrt den Bus verlassen, hat der Busfahrer uns schon ein Taxi organisiert, das uns zur Lagune bringt und so beginnen wir noch vor der starken Mittagshitze unsere Wanderung.
Zunächst werden wir 200 Meter lang von zwei indígenas (= Einheimischen) geführt, die uns an vier Stationen den Sonnen- und den Mondkalender erklären und uns ein Bad für rituelle Waschungen wie auch einen Opferaltar zeigen.
Danach gehen wir weiter den sendero (= Pfad), der um die Lagune führt. Die Farbe des Wassers und die Landschaft um die Lagune sind so beeindruckend, dass man aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommt. Fast vergisst man die Sonne, die einem auf den Kopf brennt und die Anstrengung, mit der jeder Anstieg verbunden ist. Der Blick über die Lagune ist aber jede Mühe wert! :) Schneebedeckte Gipfel erloschener Vulkane neben dem teils türkisblauen Wasser der Lagune - diesen Anblick werde ich so schnell nicht mehr vergessen.







Hunderte Fotos später verlassen wir dieses wunderschöne Stückchen Erde wieder und kehren nach Otavalo zurück.
Wie schon erwähnt findet heute der (Kunst-)Handwerksmarkt statt. An zahlreichen Ständen werden Pullover, Decken, Tücher, Schmuck, Taschen und allerhand anderer Gegenstände angeboten. Bunte Stoffe, Alpakawolle in den verschiedensten Farben und jede Menge traditionell gekleidete Otavaleños tragen zu dem farbenfrohen Treiben auf dem Plaza de Ponchos bei.






Nachdem wir uns ein wenig durch die verschiedenen Stände gewühlt und auch den ein oder anderen Artikel erstanden haben, brechen wir aus dem kleinen, fröhlichen und gemütlichen Städtchen auf.
Unser nächstes Reiseziel ist das subtropisch anmutende Örtchen Mindo, das wir nach einer abenteuerlichen Taxifahrt spät abends erreichen.
Mit dem Rauschen des Flusses im Ohr, der direkt hinter unserem Hostal vorbei fließt, lege ich mich jetzt schlafen.

Bis morgen in aller Frische, eure
Clara

Dienstag, 22. Dezember 2015

Tag 114

Mitad del Mundo & Otavalo.
Unser erstes Ziel ist heute, wie schon angekündigt, die Mitte der Welt (= "Mitad del Mundo"). Das Monument markiert den Ort, an dem eine französische Expedition 1736 als erste Europäer die genaue Position des Äquators bestimmten. Tatsächlich haben sie sich damals nur um ca. 200m verrechnet.
In Ost- und Westrichtung von dem Bauwerk, das aus einer Kugel besteht, die auf einem Monolithen throhnt, verläuft eine gelbe Linie, die sich durch die gesamte Anlage zieht, und genau auf dem Äquator liegen soll.
Zwischen nördlicher und südlicher Hemisphäre zu wechseln ist an der Mitte der Welt eine Sache von Sekunden.
Das Monument liegt in einer hübschen Parkanlage, die aus Restaurants, Touristenshops, Museen und einem Planetarium besteht. Außerdem kann man an den Blüten der Bäume, die in der Hitze der Sonne Schatten bieten, Kolibris beobachten.



Knappe drei Stunden Busfahrt später kommen wir in dem kleinen Andenstädtchen Otavalo an. Otavalo ist vor allem bekannt für seinen berühmten (Kunst-)Handwerkermarkt, der in aller Munde ist.
Leider findet der Markt montags nicht statt und so müssen wir bis morgen warten um in das bunte Treiben einzutauchen.
Wir machen stattdessen einen kleinen Stadtrundgang und kommen auch an dem ein oder anderen "artesanía"-Laden ("artesanía" = (Kunst-)Handwerk) vorbei.
Zwischen Alpaka-Pullovern, bunten Ketten, traditionellen Trachten und jeder Menge anderem Schnickschnack kann man echt Stunden verbringen :D.

Kuscheln mit dem Alpaka im Alpakapulli



Hasta pronto y un abrazo muy fuerte, 
Clara

Montag, 21. Dezember 2015

Tag 113

Quito - Rucu Pichincha.
Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zum Hausberg Quitos, dem Rucu Pichincha. Mit dem Teleférico (= Seilbahn) geht es zunächst auf 4100m hinauf. Ab da kann man dann weiterwandern. Bis zur Spitze auf ca. 4700m wandert man an 5 Stationen vorbei.
Schon nach wenigen Schritten merkt man, wie anstrengend das Gehen ist. Jeder Schritt kostet mehr Kraft als man gewohnt ist und die Luft ist sehr dünn, sodass man unglaublich tief einatmen muss um den Sauerstoffbedarf zu decken. Ständig muss man anhalten aber nach nur ein paar Höhenmetern mehr gelangen wir auf den ersten kleinen Hügel. Schon von dort aus hat man eine atemberaubende Sicht über Quito. Da meine Familie aussteigt, machen Rahel und ich uns nach einer Pause jetzt nur noch zu zweit weiter auf den Weg in Richtung Gipfel. Nach 200 Höhenmetern mehr muss ich allerdings aufgeben. Jeder weitere Schritt bergauf zehrt an meinen Kräften und das Atmen fällt mir immer schwerer.

Enttäuscht bin ich jedoch nicht, dass wir es "nur" zur ersten der 5 Stationen geschafft haben, denn schon von dieser Station aus ist die Aussicht unglaublich. Nach ca. 3 Stunden Aufstieg (inklusive Pausen) machen wir uns auf den Rückweg zur Seilbahnstation, die wir nach nur einer halben Stunde erreichen.








Mit wunderschönen Bildern im Kopf geht es abends noch ecuadorianisch essen.
Morgen brechen wir dann auf zur "Mitte der Welt" :D.
Bis dahin y muchos saludos
Clara